Freitag, 26. Dezember 2014

mit der zeit werde ich mich vielleicht daran gewöhnen

musik über den kopfhörer zu hören
und dabei nur leise zu träumen

wirklich?


dass helden nur in meiner erinnerung schön sind
ein neues feld für mich

wirklich?


dass die sonne so hell wie früher scheint
und doch scheinen tage kürzer

wirklich?


in alten briefen zu blättern
weil es ein ort für heimat ist

wirklich?


nachzudenken über das was war
und vielleicht - mein leben schön gemacht hat

wirklich?






Dienstag, 2. Dezember 2014

wusstest du schon


wusstest du schon
dass die Nähe eines Menschen
gesund machen
krank machen
tot oder lebendig machen kann

wusstest du schon
dass die Nähe eines Menschen
gut machen
böse machen
traurig und froh machen kann

wusstest du schon
dass das Wegbleiben eines Menschen
sterben lassen kann
dass das Kommen eines Menschen
wieder leben lässt

wusstest du schon
dass die Stimme eines Menschen
einen anderen Menschen
wieder aufhorchen lässt
einen der für alles taub war

wusstest du schon
dass das Wort oder das Tun eines Menschen
wieder sehend machen kann
einen der für alles blind war
der nichts mehr sah
der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt
und in seinem Leben

wusstest du schon
dass das Zeithaben für einen Menschen
mehr ist als Geld
mehr als Medikamente
unter Umständen mehr
als eine geniale Operation

wusstest du schon
dass das Anhören eines Menschen
Wunder wirkt
dass das Wohlwollen Zinsen trägt
dass ein Vorschuss an Vertrauen
hundertfach auf uns zurückkommt

wusstest du schon
dass tun mehr ist als reden
wusstest du das alles schon
wusstest du auch schon
dass der Weg vom Wissen
über das Reden zum Tun
unendlich weit ist




Wilhelm Willms, 
Der geerdete Himmel. 
Wiederbelebungsversuche.




Gefunden habe ich es in Karin Wilkenings Buch, 

Wir leben endlich
Zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.


http://books.google.de/books/about/Wir_leben_endlich.html?hl=de&id=55_Oir4DTDsC





Sonntag, 16. November 2014

Die Genügung

Es ist genug
daß sie leben und wachsen und altern und sterben
und daß sie sich mühen
und ist zuwenig.

Es ist zuwenig
daß sie leben und wachsen und altern und sterben
und daß sie sich mühen
das ist zuviel.

Es ist zuviel
daß sie leben und wachsen und altern und sterben
und daß sie sich mühen
wenn nirgends ein Ziel ist.

Weil nur der Weg dann ein Ziel ist
weil dann das Ziel nur der Weg ist
zu leben zu wachsen zu altern und sich zu mühen.



Erich Fried - Reich der Steine




Bild Quelle: Wikipedia









Sonntag, 2. November 2014

Samhain gefeiert

 Zeit der Besinnung und des Rückzugs.


In der Natur.


Im Herzen auf Reisen gegangen.


 Tore gesucht und gefunden.


Mit Ahninnen und Ahnen geplaudert.


Mit Anderen, die gegangen sind. 


Mit mir.










Dienstag, 30. September 2014


Wüste der Seele ist einsam.

Vordergründig.

Transformation erwartet mich.

Tiefgründig.

Grundlagen meiner Welt selbst erwählt.

Abgründig.

Getragen bin ich.

Unergründlich.

Träume raunen guten Rat.

Hintergründig.






Montag, 22. September 2014

Zwischenzeit


Ungeduld anschauen mit Langsamkeit
Zunehmende Bürde aus Müdigkeit
Spürt sich herab in die Zeit.
Verschwindet in mir und dem Weg,
Dem langen Weg.


Im neuem Leben, mit blinden Augen geboren
Vergessen Gelebtes, was war
Schatten des Gestern, heute verloren.
Ersticken, als schwere Last auf dem Weg,
Dem langen Weg.


Das Erinnern der alten Freundin in mir
Gebremst der atmende Tag, Zeit der Mütter
Versteckt sich die Zeit im hier.
Den Wunschbaum vergessen auf dem Weg,
Dem langen Weg.
















Freitag, 19. September 2014

Mit dem Herbst tanzen

die Mondbarken, die ich aus Schafwolle gefilzt habe.
 Schweben über den Dingen und begrüßen die bunte Jahreszeit.


 Es ist ein „leichter“ Filz, ein wenig wie ein Vorfilz. Ich mag das sehr, weil es für mich die Leichtigkeit der Wolle gut widerspiegelt. Man kann einzelne Wollfasern gut erkennen und das gefilzte Stück schmeichelt der Haut. Was z.B. beim Nähen Freude macht.
Das Thema Herbst und Bewegung ist sehr sichtbar. Auf meinen Spaziergängen segeln immer öfter die Blätter der Bäume um mich herum und nehmen Verbindung zu Mutter Erde auf.






Hier im Norden sind am Abend bereits die Gesänge der Wildgänse zu hören, die sich für ihren Flug Richtung Süden treffen. Sich Geschichten erzählen, von einem herrlichen Sommer, vom Leben und der Liebe. 





Mittwoch, 17. September 2014

In Worte gemalt

hat Cambra Skadé meine Gedanken und Gefühle zum Herbst, wie ich es noch lernen möchte. Hat mich verzaubert, auf meinem Frauenweg. Mir Mut gemacht, ihn freudig zu erkunden, ihn zu gehen.


Cambra Skadé

Herbstweisheit
Die Sommerkraft ans innerste Feuer holen, damit sie uns in der Winterzeit nährt. Herbst sagt: Hast du deinen Sommer gut gelebt, wird der Winter gut zu dir sein. Loslassen, was in diesem Zyklus nicht vollendet werden kann. Was wollte ich und muss es nun loslassen, weil der Winter bevorsteht und es nicht mehr genügend Licht und Wärme gibt, damit es reift, wächst, blüht? Anerkennen, dass Wachstum abgeschlossen ist in diesem Zyklus. Die Knospe am Rosenstrauch wird nicht mehr aufblühen.
Am Morgen glitzern die Spinnweben. Wenn die Göttin Holle ihren Schleier auf Rosensträuchern trocknet und die feinen Fäden aus ihrer Spindel glitzernd in der Sonne des Altweibersommers durch die Lüfte fliegen, beginnt die Reise zu den Großmüttern. Die Schwalben sind schon fortgezogen, Spinnwebgespinste umfangen den Ausklang des Hirtinnensommers.
Herbsttagundnachtgleiche, Erntefest, das Einbringen der Herbstfrüchte und das Sammeln von Heilwurzeln steht ins Haus. Es ist die beginnende Zeit der Wurzelkraft, in der sich alles zurückzieht, die Lebenskraft in die Wurzeln geht. Winterzeit naht, Spinnzeit nimmt ihren Anfang in länger werdenden Nächten. Die Samen werden getrocknet und es sind kostbare Augenblicke, in Händen die Samen mit der Kraft der Pflanze und all den Möglichkeiten von Morgen zu halten. Ein großes Potential in den hunderten kleiner Samen, Altes und Neues im Ausgleich. Es ist nicht klar, was sie mir bringen, welche aufgehen, welche Früchte sie tragen und dennoch haben sie das gesamte Potenzial in sich. Über den Winter werde ich die Samen hüten.
Ich erinnere mich an die Geschichten der dicken Erntemutter, an die Bilder der Ähren- und Ernteköniginnen, mit Hopfenkronen, Blumengebinden oder Ähren festlich geschmückt. Kornfrauen, Gerstenweiber, Wurzelweiber, um die getanzt und gesungen wurde. Meine goldenen Gaben sind gefragt. An den Obstbäumen im Garten ließen wir als Kinder etwas hängen für die Tiere und die Geister. So wie die Roggenmuhme und die Weizenalte gebunden und auf den Feldern stehen gelassen wurden.
Nach einem langen, vollen Sommer finden wir uns ein im Kreis, die reiche Ernte feiernd, für die Fülle dankend. Herbstgerüche um uns, die Erde riecht nach Veränderung. Die Früchte unseres Tuns werden besungen und das, was wir verloren haben wird betrauert. Goldgelbe Kürbisse und unser Feuer leuchten in die Abenddämmerung hinein. Farbenpracht, Reichtum ist in unserer Mitte.




Sonntag, 7. September 2014

Die Welt

Die Welt ist nicht ein gut gedachter Ort
Die Welt ist viele Orte
Viele Menschen und viele Götter

Die Welt ist kommen und gehen
Was heute gut ist
Ist morgen besser? Wird anders sein.







Dienstag, 2. September 2014



 Ich bin so menschenmüde und wie ohne Haut.
Die andern mag ich nicht – sie tun mir wehe.
Wenn ich nur fremde Menschen sehe,
lauf ich davon – wie sind sie derb und laut!
Ich bin so müde und wie ohne Haut!

Aus  "Monolog mit Chören" - von Kurt Tucholsky

Montag, 1. September 2014

Ich blicke über die Schulter

zurück zum August und erinnere mich.

Die Sonne war gnädig in diesen Tagen. In diesem Jahr. Moderate Temperaturen um die 25 Grad Celsius. Blätter wandern in freundlichen Farben genüßlich um mein Herz. Segeln schwerelos und friedlich durch die Luft. Gedanken an den Herbst werden laut. 

So oft erlebt. Zu oft erlebt? Fülle und Furcht vor dem langen Winter.  Er  wird doch lang werden, fragt ein Teil in mir ... leise, zögernd, nicht bereit Abschied zu nehmen von dem was ist.

Ich bin zufrieden mit dem was ist. Dem Heute und den schönen Temperaturen, der leichten Brise, dem nicht wissen, was kommt. Fühle ich mich leicht und  frei wie eines der Blätter, das vor mir hersegelte, 
vorhin, auf dem Weg bei mir im Garten.

Im Einklang mit dem jetzt und hier.
Die Bestimmung : Leben in der Gegenwart.






Donnerstag, 28. August 2014

Wasserfarben




Die Farbe des Nebels ist Sehnen nach Sonne,
nach dem Klang leise fallender Blätter.


Die Sprache des Nebels verhallt lautlos und weiß,
in den Falten meiner Seele.

Die Wasser der Nebel tanzen am Himmel,
sind Flüsse am Himmel, sind Geschichten die erzählen.


Die Farbe des Wassers ist Glück in der Freiheit,
ist Rauschen der Welt ohne Ziel.


Der Atem der Fische ist stilles Begehren,
nach Poesie, nach Blättern, nach Geschichten, nach dem Ziel.












Dienstag, 26. August 2014

Blau




 Blau

Blaufrau

Blaupause

Blaudruck

Himmelblau

Blau machen

Blaumann

Das Blaue vom Himmel

Blaukraut

Die Farbe Blau

Blaue Blume

Blaue Stunde

Indisch Blau

Blaustrumpf

Blaubart

Blaulicht

Blaues Blut

Blausäure

Ins Blaue hinein

Blauäugig

Blauwal

Blaubeere

Blaues Wunder

Blaues Auge

Fahrt ins Blaue

Blau sein

Blauer Brief

Blauen Dunst vormachen

Ins Blaue

Blaubart

Blau und grün ärgern

Blauer Planet





Blätter




Blätter fallen still und leise,

Wirbeln bunte Tänze nun.

Blättertraum geht auf die Reise

Es wird Zeit sich auszuruh´n.


Letzte Sonnenstrahlen sterben,

In den Abendnebeln fein.

Meine Seele will sich färben,

Schimmert schon wie Elfenbein.


Jedes Jahr genieß ich wieder,

Diesen bittersüßen Schmerz.

Nahen Nebel ohne Lieder

Traurig weinst du nun mein Herz.



Noch kein Füllhorn in mir leert sich,

Das der nächste Frühling bringt.

1000 Klageweiber hör´ ich

Bis mich deren Klag´ bezwingt.


Blätter fallen still und leise,

Fallen sacht und doch mit Macht.

Wir gehen beide auf die Reise,

Schiff aus Luft ist schon gemacht.

Montag, 25. August 2014

Aus dem Stundenbuch

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang, und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke


Dienstag, 19. August 2014

Es ist möglich




Es ist möglich

dass wir uns erinnern und keinen Schaden nehmen.


Es ist möglich

dass wir lieben und wieder geliebt werden.


Es ist möglich

dass wir handeln und nicht fremdbestimmt werden.


Es ist möglich

dass wir träumen und nicht geträumt werden.


Es ist möglich

dass das Leben herrlich und schön ist.











19.08.2014




Montag, 18. August 2014

Kleine Schritte

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Mach mich findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig
meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren,
von denen ich besonders getroffen und betroffen bin.
Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung!
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.

Ich bitte um die Kraft für Disziplin und das rechte Maß,
dass ich nicht durch das Leben rutsche,
sondern den Tagesablauf vernünftig einteile,
auf Lichtblicke und Höhepunkte achte und
wenigstens hin und wieder Zeit finde für einen kulturellen Genuss.

Lass mich erkennen, dass Träumereien nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und
die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müsste im Leben alles glatt gehen,
schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge
und Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele,
eine Geste deiner Liebe ein freundliches Echo,
und hin und wieder das Erlebnis, dass ich gebraucht werde.

Ich wei§, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man nichts tut.
Gib mir, dass ich warten kann.

Ich möchte dich und die anderen immer aussprechen lassen.
Das Wichtigste sagt man sich nicht selbst, es wird einem gesagt.

Du wei§t, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die Fantasie, im rechten Augenblicke ein Päckchen Güte —
mit oder ohne Worte Ð an der richtigen Stelle abzugeben.
Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff im Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen, die unten sind.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.

LEHRE MICH DIE KUNST DER KLEINEN SCHRITTE!

 

 Antoine de Saint-Exupéry

Donnerstag, 5. Juni 2014

Die weise Alte


Unterwartet ist sie da und will es wissen.
Warum, meinst du, bist du hier?
Ich frage dich, bist du ab und an über deinen Schatten gesprungen?
Hast du selbst bestimmt wie du lebst?
Hast du gekämpft für das was dir wichtig war?
Hast du den Mut gehabt, aus heiterem Himmel zu lachen und dir dabei, deiner dunklen Seite zu begegnen?
Hast du eine Zeit der Einsamkeit gekannt, bist du durch die Wüste gegangen und dabei stärker geworden?
Hast du dich hingegeben und berühren lassen? Waren deine Begegnungen lust- und liebevoll?
Hast du dich selbstvergessen im Winde gedreht, bist du im warmen Regen gelaufen und in Pfützen gesprungen?
Was hast du dir erlaubt?
Hast du barfuss unter freiem Himmel getanzt?
Hast du dich beflügeln lassen von deiner Phantasie?
Bist du im Mondenschein durch samtenes Wasser geschwommen und hast dabei die Nacht entdeckt?
Hast du an Lagerfeuer Geschichten erzählt und den Frauen zugehört?
Hast du etwas riskiert?
Warst du einfallsreich?
Hast du deinen Einfällen die Möglichkeit gegeben dich reich zu machen?
Hast du deine Träume gelebt?
Bist du neugierig geblieben auf das was noch kommt?
Dann lass uns gehen.


Text aus Töchter der Mondin von Cambra Maria Skadé: