Donnerstag, 28. August 2014

Wasserfarben




Die Farbe des Nebels ist Sehnen nach Sonne,
nach dem Klang leise fallender Blätter.


Die Sprache des Nebels verhallt lautlos und weiß,
in den Falten meiner Seele.

Die Wasser der Nebel tanzen am Himmel,
sind Flüsse am Himmel, sind Geschichten die erzählen.


Die Farbe des Wassers ist Glück in der Freiheit,
ist Rauschen der Welt ohne Ziel.


Der Atem der Fische ist stilles Begehren,
nach Poesie, nach Blättern, nach Geschichten, nach dem Ziel.












Dienstag, 26. August 2014

Blau




 Blau

Blaufrau

Blaupause

Blaudruck

Himmelblau

Blau machen

Blaumann

Das Blaue vom Himmel

Blaukraut

Die Farbe Blau

Blaue Blume

Blaue Stunde

Indisch Blau

Blaustrumpf

Blaubart

Blaulicht

Blaues Blut

Blausäure

Ins Blaue hinein

Blauäugig

Blauwal

Blaubeere

Blaues Wunder

Blaues Auge

Fahrt ins Blaue

Blau sein

Blauer Brief

Blauen Dunst vormachen

Ins Blaue

Blaubart

Blau und grün ärgern

Blauer Planet





Blätter




Blätter fallen still und leise,

Wirbeln bunte Tänze nun.

Blättertraum geht auf die Reise

Es wird Zeit sich auszuruh´n.


Letzte Sonnenstrahlen sterben,

In den Abendnebeln fein.

Meine Seele will sich färben,

Schimmert schon wie Elfenbein.


Jedes Jahr genieß ich wieder,

Diesen bittersüßen Schmerz.

Nahen Nebel ohne Lieder

Traurig weinst du nun mein Herz.



Noch kein Füllhorn in mir leert sich,

Das der nächste Frühling bringt.

1000 Klageweiber hör´ ich

Bis mich deren Klag´ bezwingt.


Blätter fallen still und leise,

Fallen sacht und doch mit Macht.

Wir gehen beide auf die Reise,

Schiff aus Luft ist schon gemacht.

Montag, 25. August 2014

Aus dem Stundenbuch

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang, und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke


Dienstag, 19. August 2014

Es ist möglich




Es ist möglich

dass wir uns erinnern und keinen Schaden nehmen.


Es ist möglich

dass wir lieben und wieder geliebt werden.


Es ist möglich

dass wir handeln und nicht fremdbestimmt werden.


Es ist möglich

dass wir träumen und nicht geträumt werden.


Es ist möglich

dass das Leben herrlich und schön ist.











19.08.2014




Montag, 18. August 2014

Kleine Schritte

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Mach mich findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig
meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren,
von denen ich besonders getroffen und betroffen bin.
Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung!
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.

Ich bitte um die Kraft für Disziplin und das rechte Maß,
dass ich nicht durch das Leben rutsche,
sondern den Tagesablauf vernünftig einteile,
auf Lichtblicke und Höhepunkte achte und
wenigstens hin und wieder Zeit finde für einen kulturellen Genuss.

Lass mich erkennen, dass Träumereien nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und
die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müsste im Leben alles glatt gehen,
schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge
und Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele,
eine Geste deiner Liebe ein freundliches Echo,
und hin und wieder das Erlebnis, dass ich gebraucht werde.

Ich wei§, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man nichts tut.
Gib mir, dass ich warten kann.

Ich möchte dich und die anderen immer aussprechen lassen.
Das Wichtigste sagt man sich nicht selbst, es wird einem gesagt.

Du wei§t, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die Fantasie, im rechten Augenblicke ein Päckchen Güte —
mit oder ohne Worte Ð an der richtigen Stelle abzugeben.
Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff im Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen, die unten sind.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.

LEHRE MICH DIE KUNST DER KLEINEN SCHRITTE!

 

 Antoine de Saint-Exupéry